Begriffserklärungen zum Thema Berufsunfähigkeit 

Arbeitsunfähigkeit:

Wie ist die Abgrenzung zu einer Berufsunfähigkeit definiert. Grundsätzlich ist hier der wichtige Unterschied: "Arbeitsunfähig ist, wer aufgrund eines medizinischen Befundes vorübergehend seiner beruflichen Tätigkeit nicht nachgehen kann." Das bedeutet, dass eine Arbeitsunfähigkeit auf eine zeitlich begrenzte Dauer ausgelegt ist. Die Arbeitsunfähigkeit regelt das BGB im Entgeltfortzsahlungsgesetz*.

Hier gibt es aber auch fließende Übergänge in die Berufsunfähigkeit. Wer arbeitsunfähig ist, erhält zunächst Lohnfortzahlung von seinem Arbeitgeber (in der Regel 6 Wochen), nach Ablauf von sechs Wochen Krankengeld von seiner Krankenversicherung. 

*Link zu näheren Informationen: http://www.gesetze-im-internet.de/entgfg/index.html

 

Berufsunfähigkeit:

Wann spicht man von einer Berufsunfähigkeit bzw. wann ist man berufsunfähig. Hierzu hat der Gesetzgeber im Versicherungsvertragsgesetz (VVG) ab 2008 die Definition für eine Berufsunfähigkeit in den §§ 172 - 177 festgelegt. 

Laut Definition ist berufsunfähig nach § 172 (2) VVG "wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall ganz oder teilweise voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben kann."

Der allgemeine Begriff der Berufsunfähigkeit ist außerdem noch im SBG (Sozialgesetzbuch) geregelt. Dieser gilt jedoch nur noch für Versicherte in der Gesetzlichen Rentenversicherung, die vor dem 02.01.1961 geboren wurden. Laut Gesetz erhalten diese noch eine "Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit" welches in § 240 VI SBG (Sozialgesetzbuch) geregelt ist. 

 

Berufsunfähigkeit - Zahlen - Daten - Fakten

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Verlust der Arbeitskraft - Ursachen - Wirkung - Vorsorge
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Erwerbsunfähigkeit:

Die Erwerbsunfähigkeit wird im § 43 SGB VI (Sozialgesetzbuch) geregelt. Hier wird unter einer vollen und einer Teilerwerbsunfähigkeit unerschieden. Denach ist unter § 43 (2)*

"Voll erwerbsgemindert sind Versicherte, die wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande sind, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig zu sein.

"Teilweise erwerbsgemindert sind Versicherte, die wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande sind, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens sechs Stunden täglich erwerbstätig zu sein."

Es liegt keine Erwerbsunfähigkeit nach § 43 (3) vor, "wer unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens sechs Stunden täglich erwerbstätig sein kann; dabei ist die jeweilige Arbeitsmarktlage nicht zu berücksichtigen."

*Link zu näheren Informationen: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__43.html

 

Schulunfähigkeit: 

Den Begriff Schüler BU meint die Schulunfähigkeit eines Kindes, wenn ein schulpflichtiges Kind infolge einer Krankheit, Verletzung oder Kräfteverfalls (Nachlassen der physischen oder mentalen Kräfte oder eine geringere Belastbarkeit, die über den altersentsprechenden Zustand hinausgeht) den Schulunterricht voraussichtlich für mindestens sechs Monate nicht besuchen kann. Dann erbringt die Schulunfähigkeitsversicherung die vertraglich vereinbarte Leistung. Wie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) muss die Schulunfähigkeit von einem Arzt attestiert werden.

Der Versicherungsfall umfasst in der Regel sowohl die Schul- als auch die Berufsunfähigkeit des versicherten Kindes. Das heißt, die Versicherung erbringt die vereinbarte Leistung nicht nur für die Zeit, in der Ihr Kind nicht fähig ist, die Schule zu besuchen, sondern auch dann, wenn eine Berufsunfähigkeit vorliegt. Die versicherte Person erhält demnach die vertraglich vereinbarte Versicherungsleistung.

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